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Immi, 2002-03-19 14:59:27 Warum heißt die Zahl 200 auf Bretonisch daou c'hant und nicht daou gant (daou + weiche Mutation) ? Re: daou c'hant herve gouedard, 2002-03-19 21:02:35 Das weiss ich leider nicht, Immi, aber ich tröste mich über meine zahlreichen Bildungslücken mit dem folgenden Satz hinweg : "Wer alles wissen will, dem ist schlecht zu trauen".( so habe ich immer einen bereiten Vorwand zur Faulheit)Übrigens trifft es sich gut, dass Du auf diesem Forom wieder zum Vorschein kommst, weil ich Dir etwas über "Weltanschauung" sagen wollte : Nach langem Gedankenaustausch hat man mir das Wort"bedouriezh" als die treffendste übersetzung vorgeschlagen. a galon herve Re: daou c'hant Frañsoaz Lermen, 2002-03-20 00:13:06 herve gouedard schrieb: > Das weiss ich leider nicht, Immi, aber ich tröste mich... Es ist keine Schande, es nicht zu wissen, denn F. Kervella wusste es anscheinend auch nicht: Na, wenn das kein Trost ist! Er schreibt zwar in seiner Grammatik (Yezhadur Bras ar Brezhoneg), dass man "daou chant" und nicht "daou gant" sagen soll, erklärt jedoch nicht warum. Er sagt nur: "Ar stumm reizh daou gant a vez graet gantañ e Gwened". "Daou gant" wäre also die richtige Form, obwohl sie nur in Gwened verwendet wird. A galon FL Re: daou c'hant Steve, 2002-03-20 09:21:06 Hallo Immi, Darüber habe ich auch gewundert, besonders weil es wohl “dau gant” heißt auf walisisch, nicht “dau chant”. Eine mögliche Antwort liegt im folgenden: Was die Konsonantmutationen nach den Ziffern 3, 4, 9 betrifft, gibt es eigentlich drei verschiedene Systeme: Das alte, traditionelle System noch in Gebrauch in der Gegend von Kemper: A (Spirantisation) Das neue, mehrheitliche System: B (Lenition für Spirantisation – Lenition des Konsonantinventars der Spirantmutation) Das “superneue” System (jüngere Sprecher): C (Lenition von allen Konsonanten des Lenitioninventars) Nach 3, 4, 9: A B C penn f b b ti z d d kazh c’h g g mamm v breur v dorn z gwele w In Treger wird überwiegend das “neue” System, B, angewendet, daß heißt Lenition für Spirantisation. Aber mit häufig gezählten Worten, wie “kant” (hundert), “karg” (Last) und “kordenn” (3 Kubikmeter Holz), wird das “alte” System, A, gebraucht: “tri c’hant, pewar c’hant, naw c’hant; teir c’harg, peder c’harg, naw c’harg; diw c’hordenn, teir c’hordenn, naw c’hordenn. Es ist mit genau diesen Worten daß k > c’h verwendet wird nach “daou”: "daou c'hant, tri c'hant, pewar c'hant, naw c'hant". Also eine Anpassung zur altertümlichen Regel für 3, 4, 9 die immer mit häufig gezählten Worten verwendet wird? Tschüß, Steve Re: daou c'hant Steve, 2002-03-20 09:39:16 Entschuldigung Immi, Dieses Forumsystem ist ja wirklich so primitiv - man kann sogar keine Tabellen machen. nach 3, 4, 9: System A (Spirantisation): penn > fenn ti > zi kazh > c'hazh System B (Lenition für Spirantisation): penn > benn ti > di kazh > gazh System C (volle Lenition): penn > benn ti > di kazh > gazh mamm > vamm breur > vreur dorn > zorn gwele > wele Re: daou c'hant Immi, 2002-03-20 21:27:02 Vielen Dank, Herve, für den urnetten Seelentrost! Steve, herzlichen Dank an für deine interessanten Zeilen und Tabellen. Dank an Frañsoaz für ihre an Herve gerichteten Trostlinien, die es auch gleich für alle sind. Und dabei nicht nur die Tatsache dass F. Kervella es scheinbar auch nicht wusste (und sehr aufschlussreich, zu erfahren, dass es in Gwened so gebraucht wird!), sondern auch diese: für uns hier im Forum ist eines sicher: wenn Frañsoaz es nicht erklären kann, dann ist es wohl auch kaum erklärbar. Trugarez vras d'an holl! A wir galon Immi |
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